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Rund um die Schützenliesel |
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Über das Leben der Münchner "Schützenliesel" Coletta |
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Coletta Möritz wurde
am 19. September 1860 in Ebenried bei Pöttmes (Landkreis Aichach)
geboren. Bei der Taufe erhielt sie den Namen der heiligen Nicoletta
(Namenstag am 06. März),
die im 14. Jahrhundert in Frankreich dem Orden der Klarissen
(Regel des heiligen Franz von Assisi) angehörte. |
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Zahlreiche Produkte wie z.B. Bierkrüge, Schützenscheiben, Postkarten, Pfeifenköpfe oder
Aschenbecher wurden mit dem koketten Abbild der Kellnerin versehen
und sorgten für eine hohe Popularität. Basierend auf diesem Erfolg
verwendete die Münchner Kindl-Brauerei das verkleinerte Bild
neben ihrem Stammzeichen, dem Münchner Kindl anschließend als ihr
Firmen- und Werbelogo. Sie lies es als geschütztes Warenzeichen für
Ihr Bier und die Brauerei 1882 eintragen. Kindlbräu wurde 1905 von
der Unionsbrauerei in Haidhausen übernommen, die wiederum 1922 mit
Löwenbräu zusammenging. Die Markenrechte liegen heute bei der
Spatenbrauerei in München.
Auch Toni Aron (1859-1920) hat 1890 die liebreizende Coletta im Auftrag vom Bürgerbräu unter der Direktion von Georg Proebst (1855 bis 1950) gemalt. Das oben abgebildete Gemälde (Ausschnitt eines vollständigen Portraits ) zeigt die junge Frau als Kellnerin und jetzt schon Wirtin in einer besonders schönen Tracht. Portraits in Lebensgröße waren im übrigen bis dahin dem Hochadel vorbehalten. |
Der Sterneckerbräu (ehemals im Tal 54) |
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Aufgrund Colettas großer Bekanntheit
- sie war jetzt für das Bürgerliche Bräuhaus tätig -
folgte 1881 ein erfolgreiches Engagement als Kellnerin für die Nürnberger
Landwirtschaftsausstellung.
Ende 1882 heiratete Frau Möritz den
Gastronomen Franz Xaver Buchner
und bewirtschaftete mit ihm verschiedene bekannte Brauereien und Gaststätten in
München u.a. das Bürgerliche Bräuhaus an der
Rosenheimerstrasse, den Fraunhofer Garten und das Sendlinger
Elysium.1897 war sie eine beliebte Festwirtin
auf
dem Oktoberfest. Auch in Straßburg im eingedeutschten Elsaß der Kaiserzeit führte das Ehepaar Buchner fast 7 Jahre von 1898 bis 1904 die beiden grössten Lokale und Säle der damaligen Zeit. "Nebenbei" schenkte Coletta im Laufe ihres langen Lebens zwölf Kindern das Leben - fünf starben im Kindesalter - ohne dabei ihre stadtbekannte Schönheit einzubüßen.
Nach 27 Jahren glücklicher Ehe verlor
Coletta 1910 mit 50 Jahren
ihren 64-jährigen Ehemann. Er starb an einem Gehirnschlag. Nach
seinem Tod führte sie noch einige Zeit die Schwabinger
Institution allein weiter. 1952 setzte ihr der bekannte Komponist Gerhard Winkler (1906-1977) mit dem Lied "Schützenliesel" (Unterseite) ein dauerhaftes Denkmal. Es wurde in ihrem Todesjahr der Hit des Münchner Oktoberfestes. Fred Rauch (1909 bis 1997), der erste Sänger des Schützenliesel-Liedes und zusammen mit Fini Busch auch der Texter - hat als Kaulbach-Fan und passionierter Schützenscheiben-Maler sicher mit der Schützenliesel an das grosse Vorbild gedacht. Weitere bekannte Interpreten des Liedes sind Sepp Viellechner, Franzl Lang, Maria und Margot Hellwig, Peter Alexander, Freddy Breck, Tony Marshall, Willy Millowitsch, James Last und Heino. |
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Die
hübsche Coletta
lebt weiter im Arnhofer Stadl. Die Familie Rigl hält durch das
Band der Verwandtschaft die ehrenvolle Erinnerung an sie
lebendig. Ottilie Rigl ist eine Großnichte der
unvergessenen Coletta und der Besitzer des Gutes Arnhofen,
Michael Rigl, ihr Urgroßneffe.
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